Klasse und Klassismus in der Sozialen Arbeit: eine Einführung

Seminar

Termin: 11. April 2024, 14.00-17.30 Uhr
Anmeldeschluss: 28. März 2024

Aufgrund sich verschärfender sozialer Ungleichheiten rücken klassenbezogene Themen (z. B. Inflation, Wohnen, …) und mit diesen das Konzept "Klasse" selbst wieder ins öffentliche Bewusstsein. Dieses erneut aufflammende Interesse befeuert auch die fachliche (Weiter-)Entwicklung von Klassismuskonzepten, welche Diskriminierung aufgrund sozialer Herkunft thematisieren. Sozialarbeiterische Unterstützungsangebote adressieren seit jeher Armutsbetroffene, die ihr Leben lang aufgrund sozialer Klassenherkunft benachteiligt wurden und werden. Klassismuskonzepte sind daher auf vielen Ebenen relevant.
Mittels theoretischer Einleitung und praxisnahen Beispielen sollen Mechanismen der klassenbasierten Diskriminierung verdeutlicht werden. Diese zu verstehen, hilft eigenen Klassismen vorzubeugen, Verhalten von Klient*innen besser zu verstehen und im Sinne Armutsbetroffener erfolgreich gegen strukturelle Unterdrückungsmechanismen zu lobbyieren.

Seminarinhalte

  • Materialistische und kulturalistische Klassenbegriffe, Differenzen und Gemeinsamkeiten
  • Formen und Ebenen von Klassismus im Kontext einer Theorie symbolischer Grenzziehung
  • Praxisbeispiele aus der Sozialen Arbeit

Ihre Vorteile

  • Sie erhalten eine fundierte theoretische Einführung in Klassenkonzepte.
  • Sie lernen gängige Mechanismen klassistischer Diskriminierung auf unterschiedlichen Beziehungsebenen kennen.
  • Sie profitieren von der theoretischen Annäherung über Praxisbeispiele aus der Sozialen Arbeit und dem Bildungssystem sowie Ergebnissen der empirischen Sozialforschung.

Am Ende des Seminars sind Sie in der Lage,

  • Ursachen und Motive klassistischen Handelns zu verstehen.
  • eigene Klassismen zu erkennen und zu reflektieren.
  • klassistische Ungleichheitsmechanismen auf institutionellen Ebenen zu erkennen und aufzudecken.
  • klassistische Diskriminierungsmuster in unterschiedlichen Interaktionen und Beziehungsebenen zu erkennen.

Lehr- und Lernmethoden

In diesem Seminar werden folgende Lehr- und Lernmethoden angewandt: Vortrag, gemeinsame Diskussion und Reflexion.

Zu den Vortragenden

Florian Baumgarten ist seit vielen Jahren als Sozialarbeiter in der Wiener
Wohnungslosenhilfe im ambulanten Beratungssetting sowie der akuten Notversorgung
angestellt. Er ist Mitglied der trägerübergreifenden AG Junge Wohnungslose sowie der
Sektion Soziale Ungleichheit (ÖGS). Außerdem ist er selbstständig als Soziologe sowie
nebenberuflich lehrend an der FH Campus Wien tätig.

Yannic Wexenberger arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter (prae-doc) am Institut für
Soziologie der Universität Wien. Seine Forschungsinteressen liegen an der Schnittstelle
von Arbeits- und Migrationssoziologie sowie kritischer Sozialwissenschaft. Er ist Teil des
Forschungsteams „INMI: Interpreting Inequalities in Transnational Migration Societies“.

Literatur

  • Kemper Andreas und Weinbach Heike (2009): Klassismus: eine Einführung. Unrast-Verlag: Münster.
  • Liu William Ming, Soleck Geoffrey, Hopps Joshua, Dunston Kwesi und Pickett Jr Theodore (2004): A New Framework to Understand Social Class in Counselling: The Social Class Worldview Model and Modern Classism Theory. Journal of Multicultural Counseling and Development 32(2). 95-122.
  • Reckwitz Andreas (2017): Die Gesellschaft der Singularitäten: zum Strukturwandel der Moderne. Suhrkamp: Berlin.

Auf einen Blick

Zielgruppe Fachkräfte der Sozialen Arbeit und Interessierte.
Abschluss Teilnahmebestätigung (bei mind. 80 % Anwesenheit)
Vortragende

Florian Baumgarten BA MA MA

Yannic Wexenberger BA MA

Veranstaltungsort Campus Wien Academy
Favoritenstraße 222
1100 Wien
Teilnahmegebühr

Teilnahmegebühr pro Termin: € 110 (USt.-befreit)

Studierende und Absolvent*innen der FH Campus Wien erhalten 10 % Rabatt.